Sonntag, 6. Oktober 2013

Stulpen und Stirnbänder

Das hätte ich mir nie gedacht...

... damals, als Kind, als ich noch in Handarbeiten gehen musste. Ja, so war das damals. Werken war für Jungs - und viel, viel spannender, fand ich. Aber ich war nun einmal ein Mädchen und denen war es nur vergönnt, in Handarbeiten zu gehen.

Die Themen da: 
  • Häkeln, einen Pullunder, mit grausamen, Kunstfaser-beigemischten Garnen (furchtbar!).
  • Stricken, die Garne nicht besser. Ich erinnere mich dumpf an eine Weste, eigentlich ganz nett, aber wir mussten als Hausaufgabe ein bestimmtes Stück stricken. Das meine wurde ungleichmäßig, das Maß stimmte nicht mehr, Mama rettete das Stück und meine Hausaufgabe. Leider fiel es auf, dass jemand anderes gestrickt hatte, es gab Punktabzug.
    Und die quietschenden Metall-Nadeln, die schmerzenden, schwitzigen Hände! Schrecklich!
  • Rattan flechten, das machte sogar Spaß
  • Macramée knüpfen - naja :/ 
  • Nähen - das mache ich tatsächlich heute noch gerne, nur mangelt es an Zeit und fest aufgestellter Nähmaschine
Und nun habe ich, schon vor längerer Zeit, ich weiß nicht mehr, warum, angefangen, mit Pflanzen zu färben. Seidentücher. Aber immer nur Seidentücher ist auf Dauer auch irgendwie langweilig und wenn frau nicht verkauft... Also ist die logische Folgerung, es doch mit Garn zu versuchen, aka Wolle. 

Was macht also frau mit Wolle? Die nur herumliegen haben bringt es auch nicht wirklich. Also doch noch einmal stricken? Etwas ganz etwas einfaches, vielleicht, das schnell geht? Ach  ja, da ist noch die alte Jacke, die umstrickt werden will. Noch von Muttern, reine Schafwolle, das Garn mäßig entfettet (war damals ein Act, das zu bekommen!), ich liebe diese Jacke. Leider ribbelt sie sich tatsächlich nach 30 Jahren an den Ärmeln und unten auf. Also, Wolle geholt, gefärbt, in den örtlichen Strickladen geguckt und Nadeln besorgt, denn die Metall-Ungeheuer von damals sind schon längst den Weg allen Mülls gegangen, glaube ich. Jedenfalls habe ich sie nicht. 

Im Laden: Was ist das denn?! Das schaut ja genial aus! Holz, mit einem Draht per Gewinde zu verbinden, mit Nöppi als "normale" Stricknadel, mit zwei Nadeln als Rundstricknadel verwendbar. Das kannte ich noch nicht. Rundstricknadeln waren dazumalen teuer und unpraktikabel. Nadelspiel hieß es für Socken, für Jacken & Co. gab es eben diese Mörderdinger aus Metall mit einem Kunststoffknopf am Ende.

Die Jacke ist im Nu umstrickt, und nun? Es ist noch so viel Wolle da. Bei Freddy gibt es eine wunderschön einfache Anleitung für Stulpen, und sie funktioniert. Und es geht so schön schnell. Ein dazu passendes Stirnband braucht es natürlich auch, das schaffe ich ohne Anleitung.Mit den "Wundernadeln", ich liebe sie. Kein Quietschen, kein Rutschen oder festbappen (je nach Schwitzigkeit der Hände), kein Schwitzen, ein angenehmes Handgefühl. Wahnsinn!

Das nächste Projekt wird ein Poncho, ein stocksimpler Schnitt von einfach zwei Rechtecken L-förmig aneinandergenäht. Damit es nicht gar zu einfach wird und besser hält, gefilzt. Und natürlich selber gefärbt, in Gelb-, Orange- und wenn ich es schaffe, Rottönen. Mit Rot stehe ich nämlich auf Kriegsfuß. Das wird entweder, bei Krapp, Orange. Oder, bei Cochenille, Magenta. Immer.

Kommentare:

  1. Die Jacke gefällt mir sehr gut. Besonders die neuen Bündchen.
    Alles Liebe
    edith

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    1. Danke Edith. Sie hält auch schön warm und ist eine ganze Zeit lang wasserdicht, wenn es regnet.

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